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Praxis der Führung - Im Gespräch mit Führungskräften aus dem Netzwerk der Initiative "Chefsache"

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT erhielten am 21. Januar 2016 Gelegenheit, mit hochrangigen Führungskräften aus der Initiative „Chefsache. Wandel gestalten – für Frauen und Männer“ ins direkte Gespräch zu gehen.
 
Dazu waren Unternehmensvertreterinnen und –vertreter von IBM, McKinsey, Bosch und Caritas zu Gast am KIT und berichteten in Diskussionsrunden ganz offen davon, wie Chancengleichheit in den Unternehmen verstanden wird und wie ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen erreicht werden soll.
 
Die Initiative „Chefsache“ ist ein Netzwerk von Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlichem Sektor und Medien, die sich der Chancengleichheit von Frauen und Männern persönlich verpflichtet fühlen, und macht die unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel stehenden Aktivitäten, Erfolgsbeispiele und Veranstaltungen der beteiligten Unternehmen auch durch Internetpräsenz sichtbar.
 
Die Veranstaltung wurde von Frau Dr. Barnstedt, Vizepräsidentin des KIT, mit großer Freude und der Begeisterung dafür eröffnet, dass das KIT Gastgeber für dieses spezielle Format der Diskussionsrunden sein konnte. Die Ziele der Initiative lägen ihr sehr am Herzen, erlebe Sie doch im Alltag, dass es noch ein langer Weg zur Chancengleichheit von Frauen und Männern sei und Veranstaltungen wie diese ein wichtiger Schritt zur Erkenntnis und Realisierung der Potentiale von Frauen in Führungspositionen. Ihr besonderer Dank galt den anwesenden Führungskräften, die mit ihrem Engagement diese Veranstaltung erst möglich machten.
 
Daran schloss sich ein Input durch Prof. Dr. Martina Schraudner vom Fraunhofer Institut an, die ein erfolgreiches Engagement für mehr Frauen in Führungspositionen auf die eigene Forschung zu unternehmenskulturellen Rahmenbedingungen stützt. Ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in Führungspositionen, so ihre tiefe Überzeugung, nützt Frauen, Männern und der Gesellschaft insgesamt. Was das genau bedeutet, wurde durch Beispiele der anwesenden Führungskräfte in den persönlichen Diskussionsrunden der Unternehmensvertreter mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des KIT und im Abschlusspanel deutlich.
 
So beschrieb etwa Vinzenz du Bellier, Caritasdirektor in der Diözese Speyer, welche Folgen sich verändernde Arbeitswelten für ein Unternehmen haben können: „Die Caritas hat sich in den letzten Jahren einem Wandel unterzogen. Mehr Frauen in Führung führen dazu, dass die Caritas insgesamt klarer im Tun und genauer im Aufstellen von Strategien geworden ist.“ Spannend sei für ihn, dass er den Eindruck habe, der Wandel mache vielen Führungsmännern mehr Probleme, als die Tatsache, dass mehr Frauen in Führung kommen. „Früher konnte hierarchisch durchregiert werden, das geht heut nicht mehr!“ so du Bellier.
 
Dr. Steffi Blumentritt, Abteilungsleiterin bei Bosch, wird bei der Frage, was Frauen den Unternehmen bringen, sehr konkret: „Gemischte Teams liefern bessere Arbeitsergebnisse. Sie sind Impulsgeber für Kreativität und stärken die Innovationsfähigkeit“ Sie macht das am Beispiel eines nur handgroßen Akku-Schraubers fest, dessen Entwicklung von einer Mitarbeiterin maßgeblich angestoßen wurde. Heute zähle er zu den meistverkauften Elektrogeräten der Welt.
 
Susanne Stadtelmeyer, Director Delivery Technical Support Services bei IBM, sieht das ähnlich: „Man beraubt sich vieler Chancen, wenn man sich künstliche Grenzen setzen würde – insbesondere in einem global agierenden Unternehmen. IBM will das Potenzial der Talente in der Gesellschaft nutzen“.
 
„Gemischte Teams“ da ist sich auch Dr. Thomas Fritz, Director of Personnel des deutschen Büros bei McKinsey, sicher „bringen die besseren Ergebnisse: Diversität hat viele Dimensionen, Geschlecht ist eines!“.
 
Mehr Informationen, Erfolgsbeispiele und Aktivitäten auf Initiative Chefsache.
 
 
 
Begrüßung durch Frau Dr. Barnstedt
 
Von links: Dr. Steffi Blumentritt, Bosch, Vinzenz du Bellier, Caritas,
Prof. Martina Schraudner, Fraunhofer, Dr. Thomas Fritz, McKinsey, 
Susanne Stadtelmeyer, IBM
 
Frau Prof. Martina Schraudner, Fraunhofer